Das
Konzept Stadtguerilla
Zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich ziehen!
Mao
Wenn der Feind uns bekämpft, ist das
gut und nicht schlecht:
Ich bin der Meinung, daß es für
uns - sei es für den Einzelnen, für eine
Partei, eine
Armee oder eine Schule - schlecht ist, wenn der Feind nicht
gegen
uns Front macht - denn in diesem Fall würde es doch bedeuten,
daß
wir mit dem Feind unter einer Decke steckten. Wenn wir
vom Feind bekämpft
werden, dann ist das gut; denn es ist ein
Beweis, daß wir zwischen uns und
dem Feind einen klaren
Trennungsstrich gezogen haben. Wenn uns der Feind
energisch
entgegentritt, uns in den schwärzesten Farben malt und
gar
nichts bei uns gelten läßt, dann ist das noch
besser; denn es zeugt davon,
daß wir nicht nur zwischen uns
und dem Feind eine klare Trennungslinie
gezogen haben, sondern daß
unsere Arbeit auch glänzende Erfolge gezeitigt
hat.
Mao Tse Tung, 26. Mai 1939
I.
Konkrete Antworten auf konkrete Fragen
Ich beharre fest darauf, daß jemand, der
keine Untersuchung angestellt
hat, auch kein Mitspracherecht haben
kann. Mao Einige Genossen sind mit
ihrem Urteil über uns
schon fertig. Für sie ist es eine "Demagogie
der
bürgerlichen Presse", diese "anarchistische
Gruppe" mit der
sozialistischen Bewegung überhaupt in
Verbindung zu bringen. Indem sie ihn
falsch und denunziatorisch
benutzen, hebt sich ihr Anarchismusbegriff von
dem der
Springerpresse nicht ab. Auf einem so miesen Niveau möchten
wir
uns mit niemandem unterhalten.
Viele Genossen wollen wissen, was wir uns dabei
denken. Der Brief an "883"
vom Mai 70 war zu allgemein;
das Tonband, das Michele Ray 1 hatte, wovon
Auszüge im
"Spiegel" erschienen sind, war ohnehin nicht authentisch
und
stammte aus dem Zusammenhang privatistischer Diskussion. Die
Ray wollte es
als Gedächtnisstütze für einen
selbständigen Artikel von sich benutzen.
Sie hat uns
reingelegt, oder wir haben sie überschätzt. Wäre
unsere Praxis
so überstürzt wie einige Formulierungen
dort, hätten sie uns schon. Der
"Spiegel" hat der
Ray ein Honorar von 1000 Dollar dafür bezahlt.
Daß fast
alles, was die Zeitungen über uns schreiben - und wie sie
es
schreiben: alles -, gelogen ist, ist klar. Entführungspläne
mit Willy
Brandt sollen uns zu politischen Hornochsen stempeln,
die Verbindung
zwischen einer Kindsentführung und uns zu
Verbrechern, die in der Wahl der
Mittel skrupellos sind. Das geht
bis in die "gesicherten Einzelheiten" in
"Konkret",
wo allerdings schon die für die Sache belanglosen Details
nur
zusammengeschludert wurden. Daß es bei uns "Offiziere
und Soldaten" gäbe,
daß jemand jemandem "hörig"
sei, daß jemals jemand "liquidiert" werden
sollte,
daß Genossen, die sich von uns getrennt haben, noch was von uns
zu
befürchten hätten, daß wir uns mit der
vorgehaltenen Knarre Zutritt zu
Wohnungen oder Pässe
verschafft hätten, daß "Gruppenterror" ausgeübt
würde
- das alles ist nur Dreck.
Wer sich die illegale Organisation von
bewaffnetem Widerstand nach dem
Muster von Freikorps und Feme
vorstellt, will selbst das Pogrom.
Psychische Mechanismen, die
solche Projektionen produzieren, sind in
Horkheimer/Adornos
"Autoritärer Persönlichkeit" und in
Reichs
"Massenpsychologie des Faschismus" im
Zusammenhang mit dem Faschismus
analysiert worden. Der
revolutionäre Zwangscharakter ist eine contradictio
in
adjecto - ein Widerspruch, der nicht geht. Eine
revolutionäre
politische Praxis unter den herrschenden
Bedingungen - wenn nicht
überhaupt - setzt die permanente
Integration von individuellem Charakter
und politischer Motivation
voraus, d.h. politische Identität. Marxistische
Kritik und
Selbstkritik hat mit "Selbstbefreiung" nichts, dagegen
mit
revolutionärer Disziplin sehr viel zu tun. Wer hier "nur
Schlagzeilen
machen" wollte, waren ganz sicher nicht einmal
irgendwelche "linken
Organisationen", die - anonym - als
Verfasser firmieren, sondern "Konkret"
selbst, dessen
Herausgeber auch sonst als linke Hand von Eduard
Zimmermann
Image-Pflege treibt, um diese bestimmte Wichsvorlage in
einer bestimmten
Marktlücke zu behaupten.
Auch viele Genossen verbreiten Unwahrheiten über
uns. Sie machen sich
damit fett, daß wir bei ihnen gewohnt
hätten, daß sie unsere Reise in den
Nahen Osten
organisiert hätten, daß sie über Kontakte informiert
wären,
über Wohnungen, daß sie was für uns
täten, obwohl sie nichts tun. Manche
wollen damit nur zeigen,
daß sie "in" sind. So hat es Günther
Voigt
erwischt, der sich gegenüber Dürrenmatt zum
Baader-Befreier aufgeblasen
hatte, was er bereut haben wird, als
die Bullen kamen. Das Dementi, auch
wenn es der Wahrheit
entspricht, ist dann gar nicht so einfach. Manche
wollen damit
beweisen, daß wir blöde sind, unzuverlässig,
unvorsichtig,
durchgeknallt. Damit nehmen sie andere gegen uns
ein. In Wirklichkeit
schließen sie nur von sich auf uns. Sie
konsumieren. Wir haben mit diesen
Schwätzern, für die
sich der antiimperialistische Kampf beim
Kaffee-Kränzchen
abspielt, nichts zu tun. - Solche, die nicht schwatzen,
die einen
Begriff von Widerstand haben, denen genug stinkt, um uns eine
Chance
zu wünschen, die uns unterstützen, weil sie wissen, daß
ihr Kram
lebenslängliche Integration und Anpassung nicht wert
ist, gibt es viele.
Die Wohnung in der Knesebeckstraße 89
(Mahler-Verhaftung) ist nicht durch
eine Schlamperei von uns
hochgegangen, sondern durch Verrat. Der
Denunziant war einer von
uns. Dagegen gibt es für die, die das machen, was
wir machen,
keinen Schutz; dagegen, daß Genossen von den Bullen
fertig
gemacht werden, daß einer den Terror nicht aushalten
kann, den das System
gegen die entfaltet, die es tatsächlich
bekämpfen. Sie hätten nicht die
Macht, wenn sie nicht
die Mittel hätten, die Schweine.
Manche geraten durch uns in einen unerträglichen
Rechtfertigungsdruck. Um
der politischen Auseinandersetzung mit
uns auszuweichen, der
Infragestellung der eigenen Praxis durch
unsere Praxis, werden sogar
einfache Fakten verdreht. So wird z.B.
immer noch behauptet, Baader hätte
nur drei oder neun oder
zwölf Monate abzusitzen gehabt, obwohl die
richtigen Daten
leicht zu ermitteln sind: drei Jahre für Brandstiftung,
sechs
Monate von früher auf Bewährung, sechs Monate
schätzungsweise für
Urkundenfälschung etc. - der
Prozeß stand noch bevor. Von diesen 48
Monaten hatte Andreas
Baader 14 in zehn hessischen Gefängnissen abgesessen
- neun
Verlegungen wegen schlechter Führung, d.h. Organisierung
von
Meuterei, Widerstand. Das Kalkül, mit dem die
verbleibenden 34 Monate auf
drei, neun und zwölf
heruntergefeilscht worden sind, hatte den Zweck,
der
Gefangenenbefreiung vom 14. Mai auch noch den moralischen Wind
aus den
Segeln zu nehmen. So rationalisieren einige Genossen ihre
Angst vor den
persönlichen Konsequenzen, die die politische
Auseinandersetzung mit uns
für sie haben würde.
Die Frage, ob die Gefangenenbefreiung auch dann
gemacht worden wäre, wenn
wir gewußt hätten, daß
ein Linke 2 dabei angeschossen wird - sie ist uns
oft genug
gestellt worden -, kann nur mit Nein beantwortet werden. Die
Frage:
was wäre gewesen, wenn, ist aber vieldeutig -
pazifistisch,
platonisch, moralisch, unparteiisch. Wer ernsthaft
über
Gefangenenbefreiung nachdenkt, stellt sie nicht, sondern
sucht sich die
Antwort selbst. Mit ihr wollen Leute wissen, ob wir
so brutalisiert sind,
wie uns die Springerpresse darstellt, da
soll uns der Katechismus
abgefragt werden. Sie ist ein Versuch, an
der Frage der revolutionären
Gewalt herumzufummeln,
revolutionäre Gewalt und bürgerliche Moral auf
einen
Nenner zu bringen, was nicht geht. Es gab bei Berücksichtigung
aller
Möglichkeiten und Umstände keinen Grund für
die Annahme, daß ein Ziviler
sich noch dazwischenwerfen
könnte und würde. Daß die Bullen auf so einen
keine
Rücksicht nehmen würden, war uns klar. Der Gedanke, man
müßte eine
Gefangenenbefreiung unbewaffnet durchführen,
ist selbstmörderisch.
Am 14. Mai, ebenso wie in Frankfurt, wo
zwei von uns abgehauen sind, als
sie verhaftet werden sollten,
weil wir uns nicht einfach verhaften lassen
- haben die Bullen
zuerst geschossen. Die Bullen haben jedesmal gezielte
Schüsse
abgegeben. Wir haben z.T. überhaupt nicht geschossen, und
wenn,
dann nicht gezielt: in Berlin, in Nürnberg, in
Frankfurt. Das ist
nachweisbar, weil es wahr ist. Wir machen nicht
"rücksichtslos von der
Waffe Gebrauch". Der Bulle,
der sich in dem Widerspruch zwischen sich als
"kleinem Mann"
und als Kapitalistenknecht, als kleinem Gehaltsempfänger
und
Vollzugsbeamten des Monopolkapitals befindet, befindet sich nicht
im
Befehlsnotstand. Wir schießen, wenn auf uns geschossen
wird. Den Bullen,
der uns laufen läßt, lassen wir auch
laufen.
Es ist richtig, wenn behauptet wird, mit dem
immensen Fahndungsaufwand
gegen uns sei die ganze sozialistische
Linke in der Bundesrepublik und
Westberlin gemeint. Weder das
bißchen Geld, das wir geklaut haben sollen,
noch die paar
Auto- und Dokumentendiebstähle, derentwegen gegen uns
ermittelt
wird, auch nicht der Mordversuch, den man uns anzuhängen
versucht,
rechtfertigen für sich den Tanz. Der Schreck ist
den
Herrschenden in die Knochen gefahren, die schon geglaubt
hatten, diesen
Staat und alle seine Einwohner und Klassen und
Widersprüche bis in den
letzten Winkel im Griff zu haben, die
Intellektuellen wieder auf ihre
Zeitschriften reduziert, die
Linken wieder in ihre Zirkel eingeschlossen,
den
Marxismus-Leninismus entwaffnet, den Internationalismus
demoralisiert
zu haben. So zimperlich freilich, wie die sich
aufführten, so verletzbar
ist die Machtstruktur, die sie
repräsentieren, nicht. Man sollte sich von
ihrem Gezeter
nicht dazu verleiten lassen, selbst große Töne zu
spucken.
Wir behaupten, daß die Organisierung von
bewaffneten Widerstandsgruppen zu
diesem Zeitpunkt in der
Bundesrepublik und Westberlin richtig ist, möglich
ist,
gerechtfertigt ist. Daß es richtig, möglich und
gerechtfertigt ist,
hier und jetzt Stadtguerilla zu machen. Daß
der bewaffnete Kampf als "die
höchste Form des
Marxismus-Leninismus" (Mao) jetzt begonnen werden kann
und
muß, daß es ohne das keinen antiimperialistischen Kampf
in den
Metropolen gibt.
Wir sagen nicht, daß die Organisierung
illegaler bewaffneter
Widerstandsgrupen legale proletarische
Organisationen ersetzen könnte und
Einzelaktionen
Klassenkämpfe, und nicht, daß der bewaffnete Kampf
die
politische Arbeit im Betrieb und im Stadtteil ersetzen könnte.
Wir
behaupten nur, daß das eine die Voraussetzung für
den Erfolg und den
Fortschritt des anderen ist. Wir sind keine
Blanquisten und keine
Anarchisten, obwohl wir Blanqui für
einen großen Revolutionär halten und
den persönlichen
Heroismus vieler Anarchisten für ganz und gar
nicht
verächtlich.
Unsere Praxis ist kein Jahr alt. Die
Zeit ist zu kurz, um schon von
Ergebnissen reden zu können.
Die große Öffentlichkeit, die uns die Herren
Genscher,
Zimmermann & Co. 3 verschafft haben, läßt es uns
aber
propagandistisch opportun erscheinen, schon jetzt einiges zu
bedenken zu
geben.
"Wenn ihr allerdings wissen wollt, was
die Kommunisten denken, dann seht
auf ihre Hände und nicht
auf ihren Mund", sagt Lenin.
II.
Metropole Bundesrepublik
Die Krise entsteht nicht so sehr durch den
Stillstand der
Entwicklungsmechanismen als vielmehr durch die
Entwicklung selbst. Da sie
einzig das Anwachsen von Profit zum
Ziel hat, speist diese Entwicklung
mehr und mehr den Parasitismus
und die Vergeudung, benachteiligt sie ganze
soziale Schichten,
produziert sie wachsende Bedürfnisse, die sie nicht
befriedigen
kann, und beschleunigt sie den Zerfall des gesellschaftlichen
Lebens.
Nur ein monströser Apparat kann die provozierten Spannungen
und
Revolten durch Meinungsmanipulation und offene Repression
kontrollieren.
Die Rebellion der Studenten und der Negerbewegung
in Amerika, die Krise,
in die die politische Einheit der
amerikanischen Gesellschaft geraten ist,
die Ausdehnung der
studentischen Kämpfe in Europa, der heftige
Wiederbeginn und
die neuen Inhalte des Arbeiter- und Massenkampfes bis hin
zur
Explosion des "Mai" in Frankreich, zur
tumultuarischen
Gesellschaftskrise in Italien und zum
Wiederaufkommen von Unzufriedenheit
in Deutschland kennzeichnen
die Situation.
Il Manifesto: Notwendigkeit des Kommunismus
Aus
These 33
Die Genossen von Il Manifesto 4 nennen bei dieser
Aufzählung die
Bundesrepublik zurecht an letzter Stelle und
benennen das, was die
Situation hier kennzeichnet, nur vage als
"Unzufriedenheit". Die
Bundesrepublik, von der Barzel
(5) vor sechs Jahren noch gesagt hat, sie
sei ein wirtschaftlicher
Riese, aber ein politischer Zwerg - ihre
ökonomische Stärke
ist seither nicht weniger geworden, ihre politische
Stärke
mehr, nach innen und außen. Mit der Bildung der Großen
Koalition
1966 kam man der politischen Gefahr, die aus der damals
bevorstehenden
Rezession hätte spontan entstehen können,
zuvor. Mit den Notstandsgesetzen
hat man sich das Instrument
geschaffen, das einheitliches Handeln der
Herrschenden auch in
zukünftigen Krisensituationen sichert - die Einheit
zwischen
politischer Reaktion und allen, denen an Legalität noch
gelegen
sein würde. Der sozial-liberalen Koalition ist es
gelungen, die
"Unzufriedenheit", die sich durch
Studentenbewegung und
außerparlamentarische Bewegung
bemerkbar gemacht hatte, weitgehend zu
absorbieren, insofern der
Reformismus der Sozialdemokratischen Partei im
Bewußtsein
ihrer Anhänger noch nicht abgewirtschaftet hat, sie mit
ihren
Reformversprechen auch für große Teile der
Intelligenz die Aktualität
einer kommunistischen Alternative
aufschieben, dem antikapitalistischen
Protest die Schärfe
nehmen konnte. Ihre Ostpolitik erschließt dem Kapital
neue
Märkte, besorgt den deutschen Beitrag zum Ausgleich und
Bündnis
zwischen US-Imperialismus und Sowjetunion, den die
USA brauchen, um freie
Hand für ihre Aggressionskriege in der
Dritten Welt zu haben. Dieser
Regierung scheint es auch zu
gelingen, die Neue Linke von den alten
Antifaschisten zu trennen
und damit die Neue Linke einmal mehr von ihrer
Geschichte, der
Geschichte der Arbeiterbewegung, zu isolieren. Die DKP,
die ihre
Zulassung der neuen
Komplizenschaft
US-Imperialismus/Sowjetrevisionismus verdankt,
veranstaltet
Demonstrationen für die Ostpolitik dieser
Regierung; Niemöller -
antifaschistische Symbolfigur - wirbt
für die SPD in bevorstehenden
Wahlkämpfen. -
Unter
dem Vorwand "Gemeinwohl" nahm staatlicher Dirigismus
mit
Lohnleitlinien und Konzertierter Aktion 6 die
Gewerkschaftsbürokratien an
die Kandare. Die Septemberstreiks
'69 (7) zeigten, daß man den Bogen
zugunsten des Profits
überspannt hatte, zeigten in ihrem Verlauf als
nur-ökonomische
Streiks, wie fest man das Heft in der Hand hat.
Die Tatsache, daß
die Bundesrepublik mit ihren annähernd zwei
Millionen
ausländischen Arbeitern in der sich abzeichnenden
Rezession eine
Arbeitslosigkeit bis zu annähernd 10 Prozent
dazu wird benutzen können,
den ganzen Terror, den ganzen
Disziplinierungsmechanismus, der
Arbeitslosigkeit für das
Proletariat bedeutet, zu entfalten, ohne ein Heer
von Arbeitslosen
verkraften zu müssen, ohne die politische Radikalisierung
dieser
Massen am Hals zu haben, verschafft einen Begriff von der Stärke
des
Systems.
Durch Entwicklungs- und Militärhilfe an den
Aggressionskriegen der USA
beteiligt, profitiert die
Bundesrepublik von der Ausbeutung der Dritten
Welt, ohne die
Verantwortung für diese Kriege zu haben, ohne sich deswegen
mit
einer Opposition im Innern streiten zu müssen. Nicht weniger
aggressiv
als der US-Imperialismus, ist sie doch weniger
angreifbar.
Die politischen Möglichkeiten des Imperialismus
sind hier weder in ihrer
reformistischen noch in ihrer
faschistischen Variante erschöpft, seine
Fähigkeiten,
die von ihm selbst erzeugten Widersprüche zu integrieren oder
zu
unterdrücken, nicht am Ende.
Das Konzept Stadtguerilla der
Roten Armee Fraktion basiert nicht auf einer
optimistischen
Einschätzung der Situation in der Bundesrepublik
und
Westberlin.
III.
Studentenrevolte
Aus der Erkenntnis des einheitlichen Charakters
des kapitalistischen
Herrschaftssystems resultiert, daß es
unmöglich ist, die Revolution "in
den Hochburgen"
von der "in den rückständigen Gebieten" zu
trennen. Ohne
eine Wiederbelebung der Revolution im Westen kann
nicht mit Sicherheit
verhindert werden, daß der
Imperialismus durch seine Logik der Gewalt dazu
fortgerissen wird,
seinen Ausweg in einem katastrophischen Krieg zu
suchen, oder daß
die Supermächte der Welt ein erdrückendes Joch
aufzwingen.
Il Manifesto.
Aus These 52
Die Studentenbewegung als
kleinbürgerliche Revolte abtun heißt: sie auf
die
Selbstüberschätzungen, die sie begleiten, reduzieren;
heißt: ihren
Ursprung aus dem konkreten Widerspruch zwischen
bürgerlicher Ideologie und
bürgerlicher Gesellschaft
leugnen; heißt: mit der Erkenntnis ihrer
notwendigen
Begrenztheit das theoretische Niveau verleugnen, das
ihr
antikapitalistischer Protest schon erreicht hatte.
Gewiß war das Pathos übertrieben, mit
dem sich die Studenten, die sich
ihrer psychischen Verelendung in
Wissenschaftsfabriken bewußt geworden
waren, mit den
ausgebeuteten Völkern Lateinamerikas, Afrikas und
Asiens
identifizierten; stellte der Vergleich zwischen der
Massenauflage der
"Bild"-Zeitung hier und dem
Massenbombardement auf Vietnam eine grobe
Vereinfachung dar; war
der Vergleich zwischen ideologischer Systemkritik
hier und
bewaffnetem Kampf dort überheblich; war der Glaube, selbst
das
revolutionäre Subjekt zu sein - soweit er unter Berufung
auf Marcuse 8
verbreitet war -, gegenüber der tatsächlichen
Gestalt der bürgerlichen
Gesellschaft und den sie
begründenden Produktionsverhältnissen ignorant.
Es ist
das Verdienst der Studentenbewegung in der Bundesrepublik
und
Westberlin - ihrer Straßenkämpfe, Brandstiftungen,
Anwendung von
Gegengewalt, ihres Pathos, also auch ihrer
Übertreibungen und Ignoranz,
kurz: ihrer Praxis, den
Marxismus-Leninismus im Bewußtsein wenigstens der
Intelligenz
als diejenige politische Theorie rekonstruiert zu haben, ohne
die
politische, ökonomische und ideologische Tatsachen und
ihre
Erscheinungsformen nicht auf den Begriff zu bringen sind, ihr
innerer und
äußerer Zusammenhang nicht zu beschreiben
ist.
Gerade weil die Studentenbewegung von der
konkreten Erfahrung des
Widerspruchs zwischen der Ideologie der
Freiheit der Wissenschaft und der
Realität der dem Zugriff
des Monopolkapitals ausgesetzten Universität
ausging, weil
sie nicht nur ideologisch initiiert war, ging ihr die Puste
nicht
aus, bis sie dem Zusammenhang zwischen der Krise der Universität
und
der Krise des Kapitalismus wenigstens theoretisch auf den
Grund gegangen
war. Bis ihnen und ihrer Öffentlichkeit klar
war, daß nicht "Freiheit,
Gleichheit, Brüderlichkeit",
nicht Menschenrechte, nicht UNO-Charta den
Inhalt dieser
Demokratie ausmachen; daß hier gilt, was für
die
kolonialistische und imperialistische Ausbeutung
Lateinamerikas, Afrikas
und Asiens immer gegolten hat: Disziplin,
Unterordnung und Brutalität für
die Unterdrückten,
für die, die sich auf deren Seite stellen, Protest
erheben,
Widerstand leisten, den antiimperialistischen Kampf
führen.
Ideologiekritisch hat die Studentenbewegung nahezu
alle Bereiche
staatlicher Repression als Ausdruck
imperialistischer Ausbeutung erfaßt:
in der
Springerkampagne, in den Demonstrationen gegen die
amerikanische
Aggression in Vietnam, in der Kampagne gegen die
Klassenjustiz, in der
Bundeswehrkampagne, gegen die
Notstandsgesetze, in der Schülerbewegung.
Enteignet
Springer!, Zerschlagt die Nato!, Kampf dem Konsumterror!, Kampf
dem
Erziehungsterror!, Kampf dem Mietterror! waren richtige
politische
Parolen. Sie zielten auf die Aktualisierung der vom
Spätkapitalismus
selbst erzeugten Widersprüche im
Bewußtsein aller Unterdrückten, zwischen
neuen
Bedürfnissen und den durch die Entwicklung der Produktivkräfte
neuen
Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung auf der
einen Seite und dem Druck
irrationaler Unterordnung in der
Klassengesellschaft als Kehrseite.
Was ihr Selbstbewußtsein
gab, waren nicht entfaltete Klassenkämpfe hier,
sondern das
Bewußtsein, Teil einer internationalen Bewegung zu sein, es
mit
demselben Klassenfeind hier zu tun zu haben wie der Vietcong dort,
mit
demselben Papiertiger, mit denselben Pigs.
Die provinzialistische Abkapselung der alten
Linken durchbrochen zu haben,
ist das zweite Verdienst der
Studentenbewegung: Die Volksfrontstrategie
der alten Linken als
Ostermarsch, Deutsche Friedensunion, "Deutsche
Volkszeitung",
als irrationale Hoffnung auf den "großen Erdrutsch"
bei
irgendwelchen Wahlen, ihre parlamentarische Fixierung auf
Strauß hier,
Heinemann da, ihre pro- und antikommunistische
Fixierung auf die DDR, ihre
Isolation, ihre Resignation, ihre
moralische Zerrissenheit: zu jedem Opfer
bereit, zu keiner Praxis
fähig zu sein. Der sozialistische Teil der
Studentenbewegung
nahm - trotz theoretischer Ungenauigkeiten - sein
Selbstbewußtsein
aus der richtigen Erkenntnis, daß "die
revolutionäre
Initiative im Westen auf die Krise des globalen
Gleichgewichts und auf das
Heranreifen neuer Kräfte in allen
Ländern vertrauen kann" (These 55 von Il
Manifesto). Sie
machten zum Inhalt ihrer Agitation und Propaganda das,
worauf sie
sich angesichts der deutschen Verhältnisse hauptsächlich
berufen
konnten: daß gegenüber der Globalstrategie des
Imperialismus die
Perspektive nationaler Kämpfe
internationalistisch zu sein hat, daß erst
die Verbindung
nationaler Inhalte mit internationalen, traditioneller
Kampfformen
mit internationalistischen revolutionäre
Initiative
stabilisieren kann. Sie machten ihre Schwäche zu
ihrer Stärke, weil sie
erkannt hatten, daß nur so
erneute Resignation, provinzialistische
Abkapselung, Reformismus,
Volksfrontstrategie, Integration verhindert
werden können -
die Sackgassen sozialistischer Politik unter post-
und
präfaschistischen Bedingungen, wie sie in der
Bundesrepublik und
Westberlin bestehen.
Die Linken wußten damals, daß es
richtig sein würde, sozialistische
Propaganda im Betrieb mit
der tatsächlichen Verhinderung der Auslieferung
der
"Bild"-Zeitung zu verbinden. Daß es richtig wäre,
die Propaganda bei
den GI's, sich nicht nach Vietnam schicken zu
lassen, mit tatsächlichen
Angriffen auf Militärflugzeuge
für Vietnam zu verbinden, die
Bundeswehrkampagne mit
tatsächlichen Angriffen auf Nato-Flughäfen. Daß
es
richtig wäre, die Kritik an der Klassenjustiz mit dem
Sprengen von
Gefängnismauern zu verbinden, die Kritik am
Springerkonzern mit der
Entwaffnung seines Werkschutzes, richtig,
einen eigenen Sender in Gang zu
setzen, die Polizei zu
demoralisieren, illegale Wohnungen für
Bundeswehrdeserteure
zu haben, für die Agitation bei ausländischen
Arbeitern
Personalpapiere fälschen zu können, durch Betriebssabotage
die
Produktion von Napalm zu verhindern.
Und falsch, seine
eigene Propaganda von Angebot und Nachfrage abhängig zu
machen:
keine Zeitung, wenn die Arbeiter sie noch nicht finanzieren,
kein
Auto, wenn die "Bewegung" es noch nicht kaufen
kann, keinen Sender, weil
es keine Lizenz dafür gibt, keine
Sabotage, weil der Kapitalismus davon
nicht gleich zusammenbricht.
Die Studentenbewegung zerfiel, als ihre
spezifisch
studentisch-kleinbürgerliche Organisationsform,
das "Antiautoritäre
Lager", sich als ungeeignet
erwies, eine ihren Zielen angemessene Praxis
zu entwickeln, ihre
Spontaneität weder einfach in die Betriebe zu
verlängern
war noch in eine funktionsfähige Stadtguerilla noch in
eine
sozialistische Massenorganisation. Sie zerfiel, als der Funke
der
Studentenbewegung - anders als in Italien und Frankreich -
nicht zum
Steppenbrand entfalteter Klassenkämpfe geworden
war. Sie konnte die Ziele
und Inhalte des antiimperialistischen
Kampfes benennen - selbst nicht das
revolutionäre Subjekt,
konnte sie deren organisatorische Vermittlung nicht
leisten.
Die Rote Armee Fraktion leugnet im Unterschied zu den
"proletarischen
Organisationen" der Neuen Linken ihre
Vorgeschichte als Geschichte der
Studentenbewegung nicht, die den
Marxismus-Leninismus als Waffe im
Klassenkampf rekonstruiert und
den internationalen Kontext für den
revolutionären Kampf
in den Metropolen hergestellt hat.
Primat der
Praxis
Wer ein bestimmtes Ding oder einen Komplex von Dingen
direkt kennenlernen
will, muß persönlich am praktischen
Kampf zur Veränderung der
Wirklichkeit, zur Veränderung
des Dinges oder des Komplexes von Dingen
teilnehmen, denn nur so
kommt er mit der Erscheinung der betreffenden
Dinge in Berührung,
und erst durch die persönliche Teilnahme am
praktischen Kampf
zur Veränderung der Wirklichkeit ist er imstande, das
Wesen
jenes Dinges bzw. jenes Komplexes von Dingen zu enthüllen und
sie zu
verstehen.
Aber der Marxismus legt der Theorie darum und
nur darum ernste Bedeutung
bei, weil sie die Anleitung zum Handeln
sein kann. Wenn man über eine
richtige Theorie verfügt,
sie aber nur als etwas behandelt, worüber man
einmal
schwatzt, um es dann in die Schublade zu legen, was man
jedoch
keineswegs in die Praxis umsetzt, dann wird diese Theorie,
so gut sie auch
sein mag, bedeutungslos.
Mao Tse Tung: Über die Praxis
Die
Hinwendung der Linken, der Sozialisten, die zugleich die
Autoritäten
der Studentenbewegung waren, zum Studium des
wissenschaftlichen
Sozialismus, die Aktualisierung der Kritik der
politischen Ökonomie als
ihrer Selbstkritik an der
Studentenbewegung, war gleichzeitig die Rückkehr
zu ihren
studentischen Schreibtischen. Nach ihrer Papierproduktion
zu
urteilen, ihren Organisationsmodellen, dem Aufwand, den sie mit
und in
ihren Erklärungen treiben, könnte man meinen,
hier beanspruchten
Revolutionäre die Führung in
gewaltigen Klassenkämpfen, als wäre das Jahr
1967/68 das
1905 des Sozialismus in Deutschland. Wenn Lenin 1903 in "Was
tun?"
das Theoriebedürfnis der russischen Arbeiter hervorhob und
gegenüber
Anarchisten und Sozialrevolutionären die
Notwendigkeit von Klassenanalyse
und Organisation und entlarvender
Propaganda postulierte, dann, weil
massenhafte Klassenkämpfe
im Gange waren. "Das ist es ja gerade, daß
die
Arbeitermassen durch die Niederträchtigkeit des
russischen Lebens sehr
stark aufgerüttelt werden, wir
verstehen es nur nicht, alle jene Tropfen
und Rinnsale der
Volkserregung zu sammeln und - wenn man so sagen darf -
zu
konzentrieren, die aus dem russischen Leben in unermeßlich
größerer
Menge hervorquellen, als wir alle es uns
vorstellen und glauben, die aber
zu einem gewaltigen Strom
vereinigt werden müssen."
(Lenin: Was tun?)
Wir bezweifeln, ob es unter den gegenwärtigen
Bedingungen in der
Bundesrepublik und Westberlin überhaupt
schon möglich ist, eine die
Arbeiterklasse vereinigende
Strategie zu entwikkeln, eine Organisation zu
schaffen, die
gleichzeitig Ausdruck und Initiator des
notwendigen
Vereinheitlichungsprozesses sein kann. Wir bezweifeln,
daß sich das
Bündnis zwischen der sozialistischen
Intelligenz und dem Proletariat durch
programmatische Erklärungen
"schweißen", durch ihrem Anspruch nach
proletarische
Organisationen erzwingen läßt. Die Tropfen und Rinnsale
über
die Niederträchtigkeiten des deutschen Lebens
sammelt bislang noch der
Springer-Konzern und leitet sie neuen
Niederträchtigkeiten zu.
Wir behaupten, daß ohne
revolutionäre Initiative, ohne die praktische
revolutionäre
Intervention der Avantgarde, der sozialistischen Arbeiter
und
Intellektuellen, ohne den konkreten antiimperialistischen Kampf
es
keinen Vereinheitlichungsprozeß gibt, daß das
Bündnis nur in gemeinsamen
Kämpfen hergestellt wird oder
nicht, in denen der bewußte Teil der
Arbeiter und
Intellektuellen nicht Regie zu führen, sondern voranzugehen
hat.
In der Papierproduktion der Organisationen
erkennen wir ihre Praxis
hauptsächlich nur wieder als den
Konkurrenzkampf von Intellektuellen, die
sich vor einer imaginären
Jury, die die Arbeiterklasse nicht sein kann,
weil ihre Sprache
schon deren Mitsprache ausschließt, den Rang um die
bessere
Marx-Rezeption ablaufen. Es ist ihnen peinlicher, bei einem
falschen
Marx-Zitat ertappt zu werden als bei einer Lüge, wenn von
ihrer
Praxis die Rede ist. Die Seitenzahlen, die sie in ihren
Anmerkungen
angeben, stimmen fast immer, die Mitgliederzahlen, die
sie für ihre
Organisationen angeben, stimmen fast nie. Sie
fürchten sich vor dem
Vorwurf der revolutionären
Ungeduld mehr als vor ihrer Korrumpierung in
bürgerlichen
Berufen, mit Lukacz langfristig zu promovieren, ist ihnen
wichtig,
sich von Blanqui kurzfristig agitieren zu lassen, ist ihnen
suspekt.
Ihrem Internationalismus geben sie in Zensuren Ausdruck, mit
denen
sie die eine palästinensische Kommandoorganisation vor der
anderen
auszeichnen - weiße Herren, die sich als die wahren
Sachwalter des
Marxismus aufspielen; sie bringen ihn in den
Umgangsformen von
Mäzenatentum zum Ausdruck, indem sie
befreundete Reiche im Namen der Black
Panther Partei 9 anbetteln
und das, was die für ihren Ablaß zu geben
bereit sind,
sich selbst beim lieben Gott gutschreiben lassen - nicht den
"Sieg
im Volkskrieg" im Auge, nur um ihr gutes Gewissen besorgt.
Eine
revolutionäre Interventionsmethode ist das nicht.
Mao stellte in seiner "Analyse der Klassen
in der chinesischen
Geselschaft" (1926) den Kampf der
Revolution und den Kampf der
Konterrevolution einander gegenüber
als "das Rote Banner der Revolution,
hoch erhoben von der
III. Internationale, die alle unterdrückten Klassen
in der
Welt aufruft, sich um ihr Banner zu scharen; das andere ist das
Weiße
Banner der Konterrevolution, erhoben vom Völkerbund, der
alle
Konterrevolutionäre aufruft, sich um sein Banner zu
scharen." Mao
unterschied die Klassen in der chinesischen
Gesellschaft danach, wie sie
sich zwischen Rotem und Weißem
Banner beim Fortschreiten der Revolution in
China entscheiden
würden. Es genügte ihm nicht, die ökonomische Lage
der
verschiedenen Klassen in der Chinesischen Gesellschaft zu
analysieren.
Bestandteil seiner Klassenanalyse war ebenso die
Einstellung der
verschiedenen Klassen zur Revolution.
Eine Führungsrolle der Marxisten-Leninisten
in zukünftigen Klassenkämpfen
wird es nicht geben, wenn
die Avantgarde selbst nicht das Rote Banner des
Proletarischen
Internationalismus hochhält und wenn die Avantgarde selbst
die
Frage nicht beantwortet, wie die Diktatur des Proletariats
zu
errichten sein wird, wie die politische Macht des Proletariats
zu
erlangen, wie die Macht der Bourgeoisie zu brechen ist, und
durch keine
Praxis darauf vorbereitet ist, sie zu beantworten. Die
Klassenanalyse, die
wir brauchen, ist nicht zu machen ohne
revolutionäre Praxis, ohne
revolutionäre Initiative.
Die "revolutionären
Übergangsforderungen", die die
proletarischen
Organisationen landauf landab aufgestellt haben,
wie Kampf der
Intensivierung der Ausbeutung, Verkürzung der
Arbeitszeit, gegen die
Vergeudung von gesellschaftlichem Reichtum,
gleicher Lohn für Männer und
Frauen und ausländische
Arbeiter, gegen Akkordhetze etc., - diese
Übergangsforderungen
sind nichts als gewerkschaftlicher Ökonomismus,
solange nicht
gleichzeitig die Frage beantwortet wird, wie der
politische,
militärische und propagandistische Druck zu
brechen sein wird, der sich
schon diesen Forderungen aggressiv in
den Weg stellen wird, wenn sie in
massenhaften Klassenkämpfen
erhoben werden. Dann aber - wenn es bei ihnen
bleibt - sind sie
nur noch ökonomistischer Dreck, weil es sich um sie
nicht
lohnt, den revolutionären Kampf aufzunehmen und zum Sieg zu
führen,
wenn "siegen heißt, prinzipiell
akzeptieren, daß das Leben nicht das
höchste Gut des
Revolutionärs ist" (Debray - 10). Mit diesen
Forderungen
kann man gewerkschaftlich intervenieren - "die
tradeunionistische Politik
der Arbeiterklasse ist aber eben
bürgerliche Politik der Arbeiterklasse"
(Lenin). Eine
revolutionäre Interventionsmethode ist sie nicht.
Die sogenannten proletarischen Organisationen
unterscheiden sich, wenn sie
die Frage der Bewaffnung als Antwort
auf die Notstandsgesetze, die
Bundeswehr, den Bundesgrenzschutz,
die Polizei, die Springerpresse nicht
aufwerfen, opportunistisch
verschweigen, nur insoweit von der DKP, als sie
noch weniger in
den Massen verankert sind, als sie wortradikaler sind, als
sie
theoretisch mehr drauf haben. Praktisch begeben sie sich auf
das
Niveau von Bürgerrechtlern, die es auf Popularität
um jeden Preis
abgesehen haben, unterstützen sie die Lügen
der Bourgeoisie, daß in diesem
Staat mit den Mitteln der
parlamentarischen Demokratie noch was
auszurichten sei, ermutigen
sie das Proletariat zu Kämpfen, die angesichts
des Potentials
an Gewalt in diesem Staat nur verloren werden können -
auf
barbarische Weise. "Diese marxistisch-leninistischen
Fraktionen oder
Parteien" - schreibt Debray über die
Kommunisten in Lateinamerika -
"bewegen sich innerhalb
derselben politischen Fragestellungen, wie sie von
der Bourgeoisie
beherrscht werden. Anstatt sie zu verändern, haben sie
dazu
beigetragen, sie noch fester zu verankern ..."
Den Tausenden von Lehrlingen und Jugendlichen,
die aus ihrer Politisierung
während der Studentenbewegung
erstmal den Schluß gezogen haben, sich dem
Ausbeutungsdruck
im Betrieb zu entziehen, bieten diese Organisationen
keine
politische Perspektive mit dem Vorschlag, sich dem
kapitalistischen
Ausbeutungsdruck erstmal wieder anzupassen.
Gegenüber der
Jugendkriminalität nehmen sie praktisch
den Standpunkt von
Gefängnisdirektoren ein, gegenüber
den Genossen im Knast den Standpunkt
ihrer Richter, gegenüber
dem Untergrund den Standpunkt von
Sozialarbeitern.
Praxislos ist die Lektüre des "Kapital"
nichts als bürgerliches Studium.
Praxislos sind
programmatische Erklärungen nur Geschwätz. Praxislos
ist
proletarischer Internationalismus nur Angeberei. Theoretisch
den
Standpunkt des Proletariats einnehmen heißt, ihn
praktisch einnehmen.
Die Rote Armee Fraktion redet vom Primat der
Praxis. Ob es richtig ist,
den bewaffneten Widerstand jetzt zu
organisieren, hängt davon ab, ob es
möglich ist; ob es
möglich ist, ist nur praktisch zu ermitteln.
V.
Stadtguerilla
Somit muß man von seinem Wesen her, aus
einer langen Perspektive, in
strategischer Hinsicht den
Imperialismus und alle Reaktionäre als das
betrachten, was
sie in Wirklichkeit sind: als Papiertiger. Darauf müssen
wir
unser strategisches Denken gründen. Andererseits sind sie
aber
wiederum lebendige, eisenharte, wirkliche Tiger, die Menschen
fressen.
Darauf müssen wir unser taktisches Denken gründen.
Mao Tse Tung, 1.12.1958
Wenn es richtig
ist, daß der amerikanische Imperialismus ein Papiertiger
ist,
d.h. daß er letzten Endes besiegt werden kann; und wenn die
These der
chinesischen Kommunisten richtig ist, daß der Sieg
über den amerikanischen
Imperialismus dadurch möglich
geworden ist, daß an allen Ecken und Enden
der Welt der
Kampf gegen ihn geführt wird, so daß dadurch die Kräfte
des
Imperialismus zersplittert werden und durch ihre
Zersplitterung schlagbar
werden - wenn das richtig ist, dann gibt
es keinen Grund, irgendein Land
und irgendeine Region aus dem
antiimperialistischen Kampf deswegen
auszuschließen oder
auszuklammern, weil die Kräfte der Revolution dort
besonders
schwach, weil die Kräfte der Reaktion dort besonders stark
sind.
Wie es falsch ist, die Kräfte der Revolution zu
entmutigen, indem man sie
unterschätzt, ist es falsch, ihnen
Auseinandersetzungen vorzuschlagen, in
denen sie nur verheizt und
kaputtgemacht werden können. Der Widerspruch
zwischen den
ehrlichen Genossen in den Organisationen - lassen wir die
Schwätzer
mal raus - und der Roten Armee Fraktion ist der, daß wir
ihnen
vorwerfen, die Kräfte der Revolution zu entmutigen, und
daß sie uns
verdächtigen, wir würden die Kräfte
der Revolution verheizen. Daß damit
die Richtung angegeben
wird, in der die Fraktion der in Betrieben und
Stadtteilen
arbeitenden Genossen und die Rote Armee Fraktion den
Bogen
überspannen, wenn sie ihn überspannen, entspricht
der Wahrheit.
Dogmatismus und Abenteurertum sind seit je die
charakteristischen
Abweichungen in Perioden der Schwäche der
Revolution in einem Land. Da
seit je die Anarchisten die
schärfsten Kritiker des Opportunismus waren,
setzt sich dem
Anarchismus-Vorwurf aus, wer die Opportunisten kritisiert.
Das ist
gewissermaßen ein alter Hut.
Das Konzept Stadtguerilla stammt aus
Lateinamerika. Es ist dort, was es
auch hier nur sein kann: die
revolutionäre Interventionsmethode von
insgesamt schwachen
revolutionären Kräften.
Stadtguerilla geht davon aus,
daß es die preußische Marschordnung nicht
geben wird,
in der viele sogenannte Revolutionäre das Volk in
den
revolutionären Kampf führen möchten. Geht davon
aus, daß dann, wenn die
Situation reif sein wird für
den bewaffneten Kampf, es zu spät sein wird,
ihn erst
vorzubereiten. Daß es ohne revolutionäre Initiative in
einem
Land, dessen Potential an Gewalt so groß, dessen
revolutionäre Traditionen
so kaputt und so schwach sind wie
in der Bundesrepublik, auch dann keine
revolutionäre
Orientierung geben wird, wenn die Bedingungen für
den
revolutionären Kampf günstiger sein werden, als sie
es jetzt schon sind -
aufgrund der politischen und ökonomischen
Entwicklung des Spätkapitalismus
selbst.
Stadtguerilla ist insofern die Konsequenz aus der
längst vollzogenen
Negation der parlamentarischen Demokratie
durch ihre Repräsentanten
selbst, die unvermeidliche Antwort
auf Notstandsgesetze und
Handgranatengesetz, die Bereitschaft, mit
den Mitteln zu kämpfen, die das
System für sich
bereitgestellt hat, um seine Gegner auszuschalten.
Stadtguerilla
basiert auf der Anerkennung der Tatsachen statt der Apologie
von
Tatsachen.
Was Stadtguerilla machen kann, hat die
Studentenbewegung teilweise schon
gewußt. Sie kann die
Agitation und Propaganda, worauf linke Arbeit noch
reduziert ist,
konkret machen. Das kann man sich für die Springerkampagne
von
damals vorstellen und für die Carbora-Bassa-Kampagne 11
der
Heidelberger Studenten, für die Hausbesetzungen in
Frankfurt, in bezug auf
die Militärhilfen, die die
Bundesrepublik den Kompradoren-Regimes in
Afrika gibt, in bezug
auf die Kritik am Strafvollzug und an der
Klassenjustiz, am
Werkschutz und innerbetrieblicher Justiz. Sie kann den
verbalen
Internationalismus konkretisieren als die Beschaffung von Waffen
und
Geld. Sie kann die Waffe des Systems, die Illegalisierung
von
Kommunisten, stumpf machen, indem sie einen Untergrund
organisiert, der
dem Zugriff der Polizei entzogen bleibt.
Stadtguerilla ist eine Waffe im
Klassenkampf.
Stadtguerilla ist bewaffneter Kampf, insofern es
die Polizei ist, die
rücksichtslos von der Schußwaffe
Gebrauch macht, und die Klassenjustiz,
die Kurras 12 freispricht
und die Genossen lebendig begräbt, wenn wir sie
nicht daran
hindern. Stadtguerillla heißt, sich von der Gewalt des
Systems
nicht demoralisieren zu lassen.
Stadtguerilla zielt
darauf, den staatlichen Herrschaftsapparat an
einzelnen Punkten zu
destruieren, stellenweise außer Kraft zu setzen, den
Mythos
von der Allgegenwart des Systems und seiner Unverletzbarkeit
zu
zerstören.
Stadtguerilla setzt die Organisierung eines
illegalen Apparates voraus,
das sind Wohnungen, Waffen, Munition,
Autos, Papiere. Was dabei im
einzelnen zu beachten ist, hat
Marighela in seinem "Minihandbuch der
Stadtguerilla"
beschrieben. Was dabei noch zu beachten ist, sind wir
jederzeit
jedem bereit zu sagen, der es wissen muß, wenn er es
machen
will. Wir wissen noch nicht viel, aber schon einiges.
Wichtig ist, daß man, bevor man sich
entschließt, bewaffnet zu kämpfen,
legale politische
Erfahrungen gemacht hat. Wo der Anschluß an die
revolutionäre
Linke auch noch einem modischen Bedürfnis entspricht,
schließt
man sich besser nur da an, von wo man wieder zurück kann.
Rote
Armee Fraktion und Stadtguerilla sind diejenige Fraktion und
Praxis,
die, indem sie einen klaren Trennungsstrich zwischen sich
und dem Feind
ziehen, am schärfsten bekämpft werden. Das
setzt politische Identität
voraus, das setzt voraus, daß
einige Lernprozesse schon gelaufen sind.
Unser ursprüngliches
Organisationskonzept beinhaltete die Verbindung von
Stadtguerilla
und Basisarbeit. Wir wollten, daß jeder von uns gleichzeitig
im
Stadtteil oder im Betrieb in den dort bestehenden
sozialistischen
Gruppen mitarbeitet, den Diskussionsprozeß
mit beeinflußt, Erfahrungen
macht, lernt. Es hat sich
gezeigt, daß das nicht geht. Daß die Kontrolle,
die
die politische Polizei über diese Gruppen hat, ihre Treffen,
ihre
Termine, ihre Diskussionsinhalte, schon jetzt so weit reicht,
daß man dort
nicht sein kann, wenn man auch noch
unkontrolliert sein will. Daß der
einzelne die legale Arbeit
nicht mit der illegalen verbinden kann.
Stadtguerilla setzt
voraus, sich über seine eigene Motivation im klaren zu
sein,
sicher zu sein, daß "Bild"-Zeitungsmethoden bei einem
nicht mehr
verfangen, daß das
Antisemitismus-Kriminellen-Untermenschen-Mord&Brand-Syndrom,
das sie auf Revolutionäre anwenden, die ganze
Scheiße, die nur die abzusondern und zu
artikulieren
imstande sind und die immer noch viele Genossen in ihrem
Urteil
über uns beeinflußt, daß die einen nicht
trifft.
Denn natürlich überläßt uns das
System nicht das Terrain, und es gibt kein
Mittel - auch keines
der Verleumdung -, das sie nicht gegen uns anzuwenden
entschlossen
wären.
Und es gibt keine Öffentlichkeit, die ein
anderes Ziel hätte, als die
Interessen des Kapitals auf die
eine oder andere Art wahrzunehmen, und es
gibt noch keine
sozialistische Öffentlichkeit, die über sich selbst,
ihre
Zirkel, ihren Handvertrieb, ihre Abonnenten hinausreichte,
die sich nicht
noch hauptsächlich in zufälligen,
privaten, persönlichen, bürgerlichen
Umgangsformen
abspielte. Es gibt keine Publikationsmittel, die nicht vom
Kapital
kontrolliert würden, über das Anzeigengeschäft, über
den Ehrgeiz
der Schreiber, sich in das ganz große
Establishment reinzuschreiben, über
die Rundfunkräte,
über die Konzentration auf dem Pressemarkt.
Herrschende
Öffentlichkeit ist die Öffentlichkeit der
Herrschenden, in Marktlücken
aufgeteilt, schichtenspezifische
Ideologien entwickelnd, was sie
verbreiten, steht im Dienst ihrer
Selbstbehauptung auf dem Markt.
Die journalistische Kategorie heißt: Verkauf.
Die Nachricht als Ware, die
Information als Konsum. Was nicht
konsumierbar ist, muß sie ankotzen.
Leserblattbindung bei
den anzeigenintensiven Publikationsmitteln,
ifas-Punktsysteme beim
Fernsehen - das kann keine Widersprüche zwischen
sich und dem
Publikum aufkommen lassen, keine antagonistischen, keine mit
Folgen.
Den Anschluß an den mächtigsten Meinungsbildner am Markt
muß
halten, wer sich am Markt halten will; d.h. die
Abhängigkeit vom
Springerkonzern wächst in dem Maße,
als der Springerkonzern wächst, der
angefangen hat, auch die
Lokalpresse einzukaufen. Die Stadtguerilla hat
von dieser
Öffentlichkeit nichts anderes zu erwarten als
erbitterte
Feindschaft. An marxistischer Kritik und Selbstkritik
hat sie sich zu
orientieren, an sonst nichts. "Wer keine
Angst vor Vierteilung hat, wagt
es, den Kaiser vom Pferd zu
zerren", sagt Mao dazu.
Langfristigkeit und Kleinarbeit sind
Postulate, die für die Stadtguerilla
erst recht gelten,
insofern wir nicht nur davon reden, sondern auch danach
handeln.
Ohne den Rückzug in bürgerliche Berufe offen zu halten,
ohne die
Revolution noch mal an den Nagel im Reihenhaus hängen
zu können, ohne also
auch das zu wollen, also mit dem Pathos,
das Blanqui ausgedrückt hat: "Die
Pflicht eines
Revolutionärs ist, immer zu kämpfen, trotzdem zu
kämpfen,
bis zum Tod zu kämpfen."
- Es gibt
keinen revolutionären Kampf und hat noch keinen gegeben,
dessen
Moral nicht diese gewesen wäre: Rußland, China,
Kuba, Algerien, Palästina,
Vietnam.
Manche sagen, die politischen Möglichkeiten
der Organisierung, der
Agitation, der Propaganda seien noch längst
nicht erschöpft, aber erst
dann, wenn sie erschöpft
seien, könnte man die Frage der Bewaffnung
aufwerfen. Wir
sagen: Die politischen Möglichkeiten werden solange
nicht
wirklich ausgenutzt werden können, solange das Ziel,
der bewaffnete Kampf,
nicht als das Ziel der Politisierung zu
erkennen ist, solange die
strategische Bestimmung, daß alle
Reaktionäre Papiertiger sind, nicht
hinter der taktischen
Bestimmung, daß sie Verbrecher, Mörder, Ausbeuter
sind,
zu erkennen ist.
Von "bewaffneter Propaganda" werden wir
nicht reden, sondern werden sie
machen. Die Gefangenenbefreiung
lief nicht aus propagandistischen Gründen,
sondern um den Typ
rauszuholen. Banküberfälle, wie man sie uns in die
Schuhe
zu schieben versucht, würden auch wir nur machen, um
Geld
aufzureißen. Die "glänzenden Erfolge",
von denen Mao sagt, daß wir sie
erzielt haben müssen,
"wenn der Feind uns in den schwärzesten Farben
malt",
sind nur bedingt unsere eigenen Erfolge. Das große Geschrei,
das
über uns angestimmt worden ist, verdanken wir mehr
den
lateinamerikanischen Genossen - aufgrund des klaren
Trennungsstrichs
zwischen sich und dem Feind, den sie schon
gezogen haben -, so daß die
Herrschenden hier uns wegen des
Verdachts von ein paar Banküberfällen so
"energisch
entgegentreten", als gäbe es schon das, was aufzubauen
wir
angefangen haben: die Stadtguerilla der Roten Armee Fraktion.
Legalität und Illegalität
Die Revolution im Westen, die Herausforderung der
kapitalistischen Macht
in den Hochburgen, ist das Gebot der
Stunde. Sie ist von entscheidender
Bedeutung. Die derzeitige
Weltsituation kennt keinen Ort und keine Kräfte,
die in der
Lage wären, eine friedliche Entwicklung und eine
demokratische
Stabilisierung zu garantieren. Die Krise spitzt sich
tendenziell zu. Sich
jetzt provinzialistisch abzukapseln oder den
Kampf auf später zu
verschieben, bedeutet: Man wird in den
Strudel des umfassenden Niedergangs
hineingerissen.
Il Manifesto. Aus These 55
Die Parole der Anarchisten "Macht kaputt,
was Euch kaputt macht" zielt auf
die direkte Mobilisierung
der Basis, der Jugendlichen in Gefängnissen und
Heimen, in
Schulen und in der Ausbildung, richtet sich an die, denen es
am
dreckigsten geht, zielt auf spontanes Verständnis, ist die
Aufforderung
zum direkten Widerstand. Die Black Power-Parole von
Stokely Carmichael 13:
"Vertrau deiner eigenen Erfahrung!"
meinte eben das. Die Parole geht von
der Einsicht aus, daß
es im Kapitalismus nichts, aber auch nichts gibt,
das einen
bedrückt, quält, hindert, belastet, was seinen Ursprung
nicht in
den kapitalistischen Produktionsverhältnissen hätte,
daß jeder
Unterdrücker, in welcher Gestalt auch immer
er auftritt, ein Vertreter des
Klasseninteresses des Kapitals ist,
das heißt: Klassenfeind.
Insofern ist die Parole der
Anarchisten richtig, proletarisch,
klassenkämpferisch. Sie
ist falsch, soweit sie das falsche Bewußtsein
vermittelt,
man brauchte bloß zuzuschlagen, denen in die Fresse
zu
schlagen, Organisierung sei zweitrangig, Disziplin bürgerlich,
die
Klassenanalyse überflüssig. Schutzlos der
verschärften Repression, die auf
ihre Aktionen folgt,
ausgesetzt, ohne die Dialektik von Legalität und
Illegalität
organisatorisch beachtet zu haben, werden sie legal verhaftet.
Der
Satz einiger Organisationen "Kommunisten sind nicht so
einfältig, sich
selbst zu illegalisieren," redet der
Klassenjustiz zum Munde, sonst
niemandem. Soweit er besagt, daß
die legalen Möglichkeiten kommunistischer
Agitation und
Propaganda, von Organisierung, von politischem und
ökonomischen
Kampf unbedingt genutzt werden müssen und nicht
leichtfertig
aufs Spiel gesetzt werden dürfen, ist er richtig
- aber das beinhaltet er
ja gar nicht. Er beinhaltet, daß
die Grenzen, die der Klassenstaat und
seine Justiz der
sozialistischen Arbeit setzen, ausreichen, um alle
Möglichkeiten
auszunutzen, daß man sich an die Begrenzungen zu halten
hat,
daß vor illegalen Übergriffen dieses Staates, da
sie ja allemal
legalisiert werden, unbedingt zurückzuweichen
ist - Legalität um jeden
Preis. Illegale Inhaftierung,
Terrorurteile, Übergriffe der Polizei,
Erpressung und
Nötigung durch den Staatsanwalt - Friß Vogel oder
stirb,
Kommunisten sind nicht so einfältig ...
Der Satz ist opportunistisch. Er ist
unsolidarisch. Er schreibt die
Genossen im Knast ab, er schließt
die Organisierung und Politisierung all
derer aus der
sozialistischen Bewegung aus, die aufgrund ihrer sozialen
Herkunft
und Lage nicht anders als kriminell überleben können:
den
Untergrund, das Subproletariat, unzählige proletarische
Jugendliche,
Gastarbeiter. Er dient der theoretischen
Kriminalisierung all derer, die
sich den Organisationen nicht
anschließen. Er ist ihr Bündnis mit der
Klassenjustiz.
Er ist dumm.
Legalität ist eine Machtfrage. Das
Verhältnis von Legalität und
Illegalität ist an dem
Widerspruch von reformistischer und
faschistischer
Herrschaftsausübung zu bestimmen, deren Bonner
Repräsentanten gegenwärtig
die sozial-liberale Koalition
hier, Barzel/Strauß da sind, deren
publizistische
Repräsentanten z.B. die "Süddeutsche Zeitung",
der "Stern",
das Dritte Programm des WDR und des SFB,
die "Frankfurter Rundschau" hier
sind, der
Springerkonzern, der Sender Freies Berlin, das Zweite
Deutsche
Fernsehen, der Bayernkurier da, deren Polizei die
Münchner Linie hier, das
Berliner Modell da ist, deren Justiz
das Bundesverwaltungsgericht hier,
der Bundesgerichtshof da ist.
Die reformistische Linie zielt darauf, Konflikte
zu vermeiden, durch
Institutionalisierung (Mitbestimmung), durch
Reformversprechen (im
Strafvollzug z.B.), indem sie überalterten
Konfliktstoff ausräumt (der
Kniefall des Kanzlers in Polen
z.B.), indem sie Provokationen vermeidet
(die weiche Linie der
Münchner Polizei und des Bundesverwaltungsgerichts
in Berlin
z.B.), durch die verbale Anerkennung von Mißständen (in
der
öffentlichen Erziehung in Hessen und Berlin z.B.). Es
gehört zur
konfliktvermeidenden Taktik des Reformismus, sich
etwas innerhalb und
etwas weniger außerhalb der Legalität
zu bewegen, das gibt ihm den Schein
von Legitimation, von
Grundgesetz unterm Arm, das zielt auf Integration
von
Widersprüchen, das läßt linke Kritik totlaufen, leer
laufen, das will
die Jungsozialisten in der SPD halten. Daß
die reformistische Linie im
Sinne von langfristiger Stabilisierung
kapitalistischer Herrschaft die
effektivere Linie ist, wird nicht
bezweifelt, nur ist sie an bestimmte
Voraussetzungen gebunden. Sie
setzt wirtschaftliche Prosperität voraus,
weil die weiche
Linie der Münchner Polizei z.B. sehr viel kostspieliger
ist
als die harte Tour der Berliner - wie es der Münchner
Polizeipräsident
sinnfällig dargetan hat: "Zwei
Beamte mit Maschinengewehr können 1000
Leute in Schach
halten, 100 Beamte mit Gummiknüppeln können 1000 Leute
in
Schach halten. Ohne derartige Instrumente benötigt man 300
bis 400
Polizeibeamte." Die reformistische Linie setzt die
nicht bis gar nicht
organisierte antikapitalistische Opposition
voraus - wie man ebenfalls vom
Beispiel München her weiß.
Unter dem Deckmantel des politischen Reformismus
nimmt im übrigen die
Monopolisierung von staatlicher und
wirtschaftlicher Macht zu, was
Schiller mit seiner
Wirtschaftspolitik betreibt und Strauß mit seiner
Finanzreform
14 durchgesetzt hat - die Verschärfung der Ausbeutung
durch
Arbeitsintensivierung und Arbeitsteilung im Bereich der
Produktion, durch
langfristige Rationalisierungsmaßnahmen im
Bereich der Verwaltung und der
Dienstleistungen.
Daß die Akkumulation von Gewalt in den
Händen weniger widerstandsloser
funktioniert, wenn man sie
geräuschloser durchführt, wenn man dabei
unnötige
Provokationen vermeidet, die
unkontrollierbare
Solidarisierungsprozesse zur Folge haben können
- das hat man aus der
Studentenbewegung und dem Mai in Paris
gelernt. Deshalb werden die Roten
Zellen noch nicht verboten,
deshalb wurde die KP als DKP - ohne Aufhebung
des KP-Verbots -
zugelassen, deshalb gibt es noch liberale
Fernsehsendungen, und
deshalb können es sich einige Organisationen noch
leisten,
sich nicht für so einfältig zu halten, wie sie es sind.
Der
Legalitätsspielraum, den Reformismus bietet, ist die Antwort
des
Kapitals auf die Attacken der Studentenbewegung und der APO -
solange man
sich die reformistische Antwort leisten kann, ist sie
die effektivere. Auf
diese Legalität setzen, sich auf sie
verlassen, sie metaphysisch
verlängern, sie statistisch
hochrechnen, sie nur verteidigen wollen,
heißt, die Fehler
der Strategie der Selbstverteidigungszonen in
Lateinamerika
wiederholen, nichts gelernt haben, der Reaktion Zeit lassen,
sich
zu formieren, zu reorganisieren, bis sie die Linke
nicht
illegalisiert, sondern zerschlägt.
Willy Weyer 15 macht eben nicht auf Toleranz,
sondern macht Manöver und
setzt der Kritik der liberalen
Presse, daß er mit seinen Alkoholkontrollen
alle Autofahrer
zu potentiellen Straftätern macht, nur frech entgegen:
"Wir
machen weiter!" - womit er der liberalen Öffentlichkeit
ihre
Bedeutungslosigkeit nachweist. Eduard Zimmermann macht ein
ganzes Volk zu
Polizisten, der Springerkonzern hat die Berliner
Polizeiführung gemacht,
"BZ"-Kolumnist Reer
schreibt den Berliner Haftrichtern die Haftbefehle
vor. Die
Massenmobilisierung im Sinn von Faschismus, von Durchgreifen,
von
Todesstrafe, von Schlagkraft, von Einsatz findet statt - der
New Look, den
die Brandt/Heinemann/Scheel-Administration der
Politik in Bonn gegeben
hat, ist die Fassade dazu.
Die Genossen, die mit der Frage von Legalität
und Illegalität so
oberflächlich umgehen, haben offenbar
auch die Amnestie in den falschen
Hals gekriegt, mit der der
Studentenbewegung noch nachträglich der Zahn
gezogen worden
ist. 16 Indem man die Kriminalisierung Hunderter von
Studenten
aufhob, kamen diese mit dem Schrecken davon, wurde
weiterer
Radikalisierung vorgebeugt, wurden sie energisch daran
erinnert, was die
Privilegien bürgerlichen Studentseins wert
sind, trotz Wissenschaftsfabrik
Universität, der soziale
Aufstieg. So wurde die Klassenschranke zwischen
ihnen und dem
Proletariat wieder aufgerichtet, zwischen ihrem
privilegierten
Alltag als Studium und dem Alltag des Akkordarbeiters,
der
Akkordarbeiterin, die nicht amnestiert wurden vom gleichen
Klassenfeind.
So blieb einmal mehr die Theorie von der Praxis
getrennt. Die Rechnung:
Amnestie gleich Befriedung ging auf.
Die sozialdemokratische Wählerinitiative von
einigen honorablen
Schriftstellern - nicht nur dem abgefuckten
Grass -, als Versuch
positiver, demokratischer Mobilisierung, als
Abwehr also von Faschismus
gemeint und deshalb zu beachten,
verwechselt die Wirklichkeit von einigen
Verlagen und Redaktionen
in Funk- und Fernsehanstalten, die der
Rationalität der
Monopole noch nicht unterworfen sind, die als Überbau
nachhinken,
mit dem Ganzen der politischen Wirklichkeit. Die
Bereiche
verschärfter Repression sind nicht die, mit denen
ein Schriftsteller es
zuerst zu tun hat: Gefängnisse,
Klassenjustiz, Akkordhetze,
Arbeitsunfälle, Konsum auf Raten,
Schule, "Bild" und "BZ", die
Wohnkasernen der
Vorstädte, Ausländerghettos - das alles
kriegen
Schriftsteller höchstens ästhetisch mit,
politisch nicht.
Legalität ist die Ideologie des
Parlamentarismus, der Sozialpartnerschaft,
der pluralistischen
Gesellschaft. Sie wird zum Fetisch, wenn die, die
darauf pochen,
ignorieren, daß Telefone legal abgehört werden, Post
legal
kontrolliert, Nachbarn legal befragt, Denunzianten legal
bezahlt, daß
legal observiert wird - daß die
Organisierung von politischer Arbeit, wenn
sie dem Zugriff der
politischen Polizei nicht permanent ausgesetzt sein
will,
gleichzeitig legal und illegal zu sein hat.
Wir setzen nicht auf die spontane
antifaschistische Mobilisierung durch
Terror und Faschismus selbst
und halten Legalität nicht nur für
Korrumpierung und
wissen, daß unsere Arbeit Vorwände liefert, wie
der
Alkohol für Willy Weyer und die steigende Kriminalität
für Strauß und die
Ostpolitik für Barzel und das
Rotlicht an der Ampel, das der Jugoslawe
überfuhr, für
die Frankfurter Taxifahrer und der Griff in die Tasche für
den
Mörder des Autodiebs in Berlin. Und für noch mehr Vorwand,
weil wir
Kommunisten sind und es davon, ob die Kommunisten sich
organisieren und
kämpfen, abhängt, ob Terror und
Repression nur Angst und Resignation
bewirken oder Widerstand und
Klassenhaß und Solidarität provozieren, ob
das hier
alles so glatt im Sinn des Imperialismus über die Bühne
geht oder
nicht. Weil es davon abhängt, ob die Kommunisten so
einfältig sind, alles
mit sich machen zu lassen, oder die
Legalität u.a. dazu benutzen, die
Illegalität zu
organisieren, statt das eine vor dem anderen zu
fetischisieren.
Das Schicksal der Black Panther Partei und das
Schicksal der Gauche
Proletarienne 17 dürfte auf jener
Fehleinschätzung basieren, die den
tatsächlichen
Widerspruch zwischen Verfassung und Verfassungswirklichkeit
und
dessen Verschärfung, wenn Widerstand organisiert in Erscheinung
tritt,
nicht realisiert. Die nicht realisiert, daß sich die
Bedingungen der
Legalität durch aktiven Widerstand
notwendigerweise verändern und daß es
deshalb notwendig
ist, die Legalität gleichzeitig für den politischen
Kampf
und für die Organisierung von Illegalität auszunutzen, und
daß es
falsch ist, auf die Illegalisierung als
Schicksalsschlag durch das System
zu warten, weil Illegalisierung
dann gleich Zerschlagung ist und das dann
die Rechnung ist, die
aufgeht.
Die Rote Armee Fraktion organisiert die
Illegalität als Offensiv-Position
für revolutionäre
Intervention.
Stadtguerilla machen heißt, den
antiimperialistischen Kampf offensiv
führen. Die Rote Armee
Fraktion stellt die Verbindung her zwischen legalem
und illegalem
Kampf, zwischen nationalem und internationalem Kampf,
zwischen
politischem und bewaffnetem Kampf, zwischen der strategischen und
der
taktischen Bestimmung der internationalen kommunistischen
Bewegung.
Stadtguerilla heißt, trotz der Schwäche der
revolutionären Kräfte in der
Bundesrepublik und
Westberlin hier und jetzt revolutionär intervenieren!
Entweder
sie sind ein Teil des Problems, oder sie sind ein Teil der
Lösung.
Dazwischen gibt es nichts. Die Scheiße ist seit Dekaden
und
Generationen von allen Seiten untersucht und begutachtet
worden. Ich bin
lediglich der Meinung, daß das meiste, was
in diesem Lande vor sich geht,
nicht länger analysiert zu
werden braucht - sagt Cleaver. 18
DEN
BEWAFFNETEN KAMPF UNTERSTÜTZEN!
SIEG IM
VOLKSKRIEG!
Anmerkungen der Redaktion:
1
M. Ray: französische
Journalistin
2 Georg
Linke: Bibliotheksangestellter im Institut für Soziale Fragen
3
Genscher war von 1969 bis
1974 Bundesinnenminister der sozialliberalen
Koalition, danach
Außenminister. Zimmermann war bzw. ist Moderator der
Fernsehsendung "Aktenzeichen xy ... ungelöst".
4
Il Manifesto: bedeutende
Gruppe der italienischen Neuen Linken, 1969
wegen
Linksabweichung aus der Kommunistischen Partei Italiens (PCI)
ausgeschlossen; veröffentlichte im September '70 200 Thesen:
"Die
Notwendigkeit des Kommunismus. Die Plattform von Il
Manifesto", auf
deutsch 1971 im Merve-Verlag Westberlin
erschienen.
5 Barzel:
ab 1960 im CDU-Bundesvorstand, 62/63 Minister für
Gesamtdeutsche
Fragen im Kabinett Adenauer, ab 1964
Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, ab
1971
CDU-Parteivorsitzender, Rücktritt von den beiden Funktionen
1973.
1982 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen,
ab 1983
Bundestagspräsident, Rücktritt 1984.
6
Lohnleitlinien: von der
Regierung vorgegebener Rahmen für
Tarifabschlüsse;
Konzertierte Aktion: regelmäßige Beratungen von
Regierung, Kapitalistenverbänden und Gewerkschaftsspitzen
7
Septemberstreiks '69:
sogenannte "wilde", d.h. gegen den Willen der
Gewerkschaftsführungen und während der Friedenspflicht
durchgeführte
Streiks, an denen sich rund 150000
Lohnabhängige überwiegend im Stahl- und
Bergbau
beteiligten. Durch sie konnten Lohnerhöhungen bis zu 10%
durchgesetzt werden. Die Septemberstreiks waren für die
Herausbildung der
Neuen Linken von großer Bedeutung.
8
Herbert Marcuse: Verfechter der
kritischen Theorie mit großem Einfluß
auf die APO.
Schriften u.a.: "Die Kritik der reinen Vernunft" (1966),
"Der
eindimensionale Mensch" (1967), "Versuch
über Befreiung" (1969)8
9 Black
Panther Partei: revolutionäre Partei der Schwarzen in den USA,
die
die Großstadtghettos als innere Kolonien der USA
betrachtete und deren
Einwohner bewaffnet gegen Übergriffe
der Staatsorgane zu schützen
versuchte; 1966 von Huey
Newton, Bobby Seal u.a. gegründet. Eine der in
der
Geschichte der USA größten Polizei- und Justizkampagnen -
innerhalb
von 18 Monaten 1968/69 wurden 28
Black-Panther-Mitglieder von der Polizei
erschossen - führte
1971 zur Zerschlagung.
10 R.
Debray: führender Propagandist der Theorie des "foquismo"
in
Lateinamerika. Der "foquismo" besagt, daß
der Einsatz eines kleinen Kerns
("foco")
revolutionärer Kämpfer auf dem Lande als Funke für
eine
Massenrebellion der Bauern wirken wird. Die Erfahrung des
Kampfes würde
die revolutionäre Vorhut und die
Bauernschaft proletarisieren, wobei die
Guerilla als Ersatz für
die leninistische Partei handeln würde. Debray
"etablierte" sich später und wurde politischer Berater
des französischen
Staatspräsidenten Mitterand.
11
Der Cabora-Bassa-Damm in Mosambik, der damaligen portugiesischen
Kolonie, war das größte Staudammprojekt in Afrika; ab
1969 waren fünf
westdeutsche Konzerne am Bau beteiligt.
Das Projekt sollte Portual
wirtschaftlich und politisch
stärken; von der Anlage profitierten vor
allem die Regimes
von Südafrika (Azania) und des damaligen Rhodesien
(heute
Zimbabwe). Portugal wollte dort eine Million Europäer
ansiedeln.
Viele afrikanische Staaten, auch die Organisation
Afrikanischer Einheit
(OAU) und Befreiungsbewegungen wie die
FRELIMO (Befreiungsfront in
Mosambik) protestierten. Die
FRELIMO schrieb einen offenen Brief an den
damaligen
Bundeskanzler Brandt (SPD).
12 Kurras:
Polizist, der am 2. Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg bei
einer Demonstration gegen den Schah-Besuch in Westberlin erschoß.
Er wurde
von der Justiz freigesprochen, später
befördert.
13 Stokeley Carmichael:
führendes Mitglied der Black-Power-Bewegung, die
in den
USA bewaffnet kämpfte.
14 Strauß
(CSU) war von 1953 bis 1966 Bundesminister für "besondere
Aufgaben", "Atomfragen", "Verteidigung"
und in der Großen Koalition
(CDU/CSU/SPD-Regierung) bis
1969 Finanzminister, als Karl Schiller (SPD)
Wirtschaftsminister war.
15 Weyer: damals
NRW-Innenminister (FDP), entschiedener Befürworter der
Aufrüstung und Militarisierung der Polizei
16
Die damalige SPD/FDP-Regierung mit Willy Brandt als Kanzler führte
im
Mai 1970 eine Liberalisierung des Demonstrationsrechts
durch; der damalige
Bundespräsident Gustav Heinemann
(SPD) erließ eine begrenzte Amnestie
(Straffreiheit) für
Demonstrationsdelikte aus der Zeit der
Studentenbewegung, die
ein Strafmaß von acht Monaten nicht überschritten.
17
Gauche proletarienne: maoistische Organisation der französischen
Neuen
Linken, die im Mai 1970 verboten wurde. Aus Protest
gegen dieses Verbot
gab Jean-Paul Sartre daraufhin die Zeitung
der GP "La Cause du Peuple"
heraus.
18
Eldrige Cleaver: ein Führer der Black Panther Partei
(Quelle:
Nr. 1, S. 337ff; Nr. 2, S. 22ff)
aus: Ausgewählte
Dokumente der Zeitgeschichte: Bundesrepublik Deutschland
(BRD) - Rote Armee Fraktion (RAF), GNN Verlagsgesellschaft
Politische
Berichte, 1. Auflage Köln Oktober 1987